Heute ist einer dieser Tage, an dem ich nicht denke, dass ich die Welt aus ihren angeln heben kann. Heute fühle ich mich alleine, erkältet verschnupft und mich plagt der Gedanke, ob ich alleine bin mit meinem naiven, visionären Optimismus.

Wofür engagier ich mich denn? Wozu das Ganze?

Schauen wir der Realität ins Auge: Sie ist scheiße! Die Zukunftsaussichten: Grausig. Terrorismus, Extremismus, Faschismus und irgendwo dazwischen AfD und Trump. Der Klimawandel macht es auch nicht besser und wenn man sich in typisch-deutscher Manier darüber aufregen will, nennt man es Klimakrise. So wie bei der Finanzkrise und die Flüchtlingskrise. Krisen überall. Dagegen tun aber die wenigsten etwas. Aufregen tun sich aber alle!

Konsumismus, Materialmus, Fun Fun Fun

Und während ich diesen Artikel schreibe, spielt Deutschland gegen, keine Ahnung irgendjemanden halt im EM-Spiel und der einzige Gedanke, den ich habe ist, dass da Millionäre anderen Millionären hinterherlaufen. IT-Crowd lässt grüßen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Millionen in Transferzahlungen, Vorstandsgehälter und Aufsichtsratentschädigungen durchaus in dritte Welt-Länder besser investiert wären. Period.

Und während ich mich über die politische Diskussion der Reform der Erbschaftssteuer im ersten Moment freute, musste ich im zweiten lesen, dass doch ab 90 Millionen Euro wieder über Vergünstigungen diskutiert wird. Ihr wollt mich doch verarschen? Und so fühle ich mich: ständig veräppelt. Ständig gegen die Wand laufend im euphorischen Aktionismus.

Und was habe ich davon?

Und wenn wir ehrlich sind, sind es doch die Altruistischen, die verlieren. Wer im Wettrennen um Leistung eine Pause einlegt, um sich anderem zu widmen, als nur Leistung zu erbringen, der zieht den Kürzeren. Wer nicht mitmacht, ist raus. Ehrenamtliches Engagement? Gar Politisches? Ja, aber nur, wenn man was für den Lebenslauf hat oder gute Kontakte und Netzwerke, die einem später ja durchaus nützlich sein können. Ich muss kotzen.

Und doch ist es wahr. Eigentlich ist jeder besser dran, wenn er sich nur um sich selbst kümmert, oder? In einer Welt, die uns tagtäglich beweist, dass Ungerechtigkeit Norm ist, soziale Gerechtigkeit ein Fremdwort, hat doch jeder die Pflicht sich zuerst um sein eigenes Wohl und das der eigenen Familie zu kümmern? Oder nicht?

Was meinst du?

Ich meine, dass nur weil das egoistische Verhalten der meisten Menschen heutzutage rechtfertigbar ist, es nicht heißt, dass es richtig ist. Ich denke, dass wir die Bedingungen, in der wir Menschen leben, ändern müssen, damit wir nicht ständig nach vermeintlichen Sachzwängen urteilen und entscheiden. Unsere Umwelt ändern müssen.  Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine Welt schaffen müssen, die uns gut tut. Ein Welt, in der wir Menschen uns gegenseitig Gutes tun.

Ist das möglich?

Kommentare

E.T.
# E.T. 31.08.2016
Ja, das ist möglich, denke ich. Man kann das täglich tun, etwas Gutes, Freundliches, Menschliches – wenn auch "nur im Kleinen". Tun es viele, wird aus "Kleinem" mehr, vielleicht sogar was "Großes".

Und morgen diskutieren wir ja auch darüber :-)

Liebe Grüße, E.T.
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